So viel ist hier anders, eigentlich alles. So kommt es mir auf jeden Fall vor.
Fortbewegungsmittel:
Zum Leidwesen meiner Füße, sind diese hier Fortbewegungsmittel Nummer Eins. Da ich hier Strecken laufen muss die deutlich weiter sind als der Weg unters Carport, ist das schon eine ganz schöne Umstellung für mich. Man läuft hier echt viel und ich habe das Gefühl, dass alle Orte die man erreichen will, um einiges höher gelegen sind als meine Wohnung.
Aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind mir nach Abschluss meiner Schullaufbahn eher fremd geworden. Da sie hier wirklich günstig sind, sind sie eine sehr willkommene Abwechslung zum Laufen. Da gibt es einmal den Trole der quer durch die Stadt fährt und eigentlich so ähnlich ist wie die S-Bahn. Drinnen ist es sehr eng und man muss gut auf seine Sachen aufpassen. Für 25 Cent kann man sich auch gut mal eine Busfahrt leisten, aber bisher fehlt mir noch absolut der Überblick über das Straßennetz...falls es so was überhaupt gibt.
Am bequemsten ist natürlich das Taxi und da man meist nur einen Dollar bezahlen muss ist es doch sehr verlockend und nachts auch auf jeden Fall am sichersten.
Wetter:
Südamerika=Sonnenschein und immer gutes Wetter! Also das habe ich zumindest gedacht. Naja die Sonne scheint hier auch...morgens, manchmal auch mittags aber dann fängt es auch meist nachmittags schon an zu regnen. Und wenn man keinen Schirm dabei hat wird man auch unglaublich schnell nass. Ich spreche hier aus Erfahrung...
Außerdem weiß ich auch morgens nie was ich anziehen soll. Weil morgens ist es echt noch sehr warm so dass man gut im T-Shirt rumlaufen kann aber dann wird es auch schnell kühler und abends ist es dann meist richtig kalt. Da ich auch keine Heizung in der Wohnung habe friere ich oft sehr. (Mum wenn das jetzt zu hart für dich ist dann überspring die Zeilen einfach.) Ich schlafe nämlich mit Socken hier. Es gibt eigentlich nichts was ich ekliger finde aber es ist einfach zu kalt an den Füßen :)
Essen:
Hier kann man eigentlich alles bekommen wie in den USA. Die Supermärkte sind riesig und wenn man bereit ist 8 Dollar zu bezahlen gibt es hier sogar Nutella.
Neben dem Obst gibt es kleine Fläschchen mit Desinfektionsmittel für Obst und Gemüse das nicht geschält werden kann. Damit muss man die Sachen erst waschen vor dem Essen. SEHR gewöhnungsbedürftig. Ich hatte auch schon einmal Bauchschmerzen weil man hier halt nicht einfach schnell ne Scheibe Tomate aufs Toast legen kann. Auch gibt es hier so viel mehr Auswahl an Obst und Gemüse. Im Marktkauf bin ich immer ehrfurchtsvoll an den Preisen der "Exoten" vorbeigegangen und hier ist das alles selbstverständlich und auch selbstverständlich billiger.
An Fast Food gibt es hier auch alles und auf der Straße davor sind dann die vielen Obsthändler oder Stände mit undefinierbaren gegrillten Dingen. Also wenn man das möchte kann man sich hier kulinarisch richtig ausleben. Ich denke auch hier werde ich langsam anfangen.
Obwohl ich mittlerweile auch schon gekocht habe, was ich aber sehr bereue da ich jetzt schon seit fast ner Woche Nudeln mit Frikadellen esse und noch ist kein Ende in Sicht.
Aussehen:
Durch meine vielen Verluste die ich über die Jahre hinweg immer wieder im Bikinistreifen vergleichen nach dem Urlaub einstecken musste, war mir bereits vorher klar, dass ich eher zu den heller pigmentierten Menschen gehöre. Aber hier fällt es eben viel mehr auf. Ich empfinde es eigentlich überhaupt nicht als unangenehm aber man wird leider auch viel mehr und aufdringlicher angebettelt. Letzte Woche hat ein kleines, scheinbar schwaches Mädchen mich sogar richtig doll gekniffen, als ich ihrem Bruder keine Kaugummis abkaufen wollte. Wenn die Leute sehen, dass man eben kein Ecuadorianer ist, muss man auf den Märkten dann auch den Gringopreis bezahlen, aber mit ein bisschen handeln geht das auch.
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